The Rise of Motion Design:
Was es ist, woher es kommt und wofür du es nutzt

Motion Design‘ ist ein lange nachhallender und wundervoller Begriff. Während Illustratoren, Medien- und Webdesigner längst wissen, was er genau bedeutet und was man damit macht, fragen sich alle anderen: Was verbirgt sich eigentlich genau hinter diesem Motion Design?

Schau, es bewegt sich!

Viele vermuten, Motion Design sei um die 25 Jahre alt. Schließlich sind es moderne Bearbeitungs-, Programmier- und Visualisierungstechniken, die diese spektakulären Bilder-Folgen überhaupt erst möglich machen. Motion Design formt ja immerhin einen eklektischen Mix aus Farben, Räumen, Körpern, grafischen Formen und Text. Das war in dieser Weise früher doch gar nicht möglich, und auch die Bezeichnung ‚Motion Design‘ lässt wohl eher auf eine moderne Wortschöpfung schließen, oder? – Ja, das stimmt irgendwie alles, aber lassen wir uns nicht täuschen!

Motion Design setzte seine ersten Schritte bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts auf den Kreativboden und speist sich bis heute aus zwei völlig konträren Quellen.

Motion-Design-Quelle 2D-Zeichentrick

Die eine Quelle des Motion Designs ist sicherlich der 2D-Zeichentrick, so wie wir ihn alle kennen: beispielsweise aus dem ersten handgezeichneten 2D-Zeichentrickfilm von 1914 – „Gertie the Dinosaur“. Der – zugegebenermaßen etwas ungelenk gezeichnete – Dinosaurier beeindruckte seine Zuschauer damals so stark durch bewegte Bilder, Text und musikalische Klänge, dass es bald viel mehr davon gab. Die frühen Zeichentrickfilme waren damals wie heute ganz und gar gegenständlich, lustig, erzählerisch und somit das komplette Gegenteil von den anderen maßgeblichen Motion-Design-Einflüssen.

Motion Design und Art

Den zweiten Einfluss finden wir in der Kunst: Es ist der abstrakte Film. Entstanden ist er in den avantgardistischen Bewegungen der Zwanzigerjahre, etwa durch Kubisten, Dadaisten oder Futuristen mit ihren erneuernden Bestrebungen. Bildende Künstler wie Oskar Fischinger, Lotte Reiniger und Walter Ruttmann waren zu Beginn der goldenen Zwanzigerjahre geradezu fasziniert vom neuen Medium Film. So herrschte unter ihnen die Hoffnung, das als zu rigide empfundene Formkorsett der Malerei und Bildhauerei mithilfe des Films endlich aufzubrechen und der Kunst etwas Zeitgemäßeres hinzuzufügen.

Die Lust zum kreativen Experiment

Die Filmemacher des experimentellen Films lösten sich in dem Prozess von allen dominanten erzählerischen Strukturen. Sie stellten vielmehr die visuelle Wirkung durch die rhythmisierende Strukturierung von Farbe und abstrakten Formen in den Mittelpunkt. Zudem setzten sie auf die visuelle Kraft von Licht, interessierten sich zugleich für die Bewegung und für neuartige Farb- und Formorganisation. Für optische Strukturen verwendeten sie einfachste 2D-Animationen. Bis Mitte der Dreißigerjahre kamen Experimente mit Film-Entwicklungs- und -Kopierverfahren hinzu, während bspw. das Bemalen und Zerkratzen des Filmstreifens die Glitches von heute vorwegnahm.

Von ‚Popeye‘, Walt und der Stille nach dem Experiment

Was jedoch folgte, waren erfolgreiche Zeichentrickfilmserien, ja endlose Reihen erzählerischer Zeichentrickfiguren erschienen. 1933 wurde ‚Popeye‘ geboren, kurz darauf produzierte Walt Disney ‚Mickey Mouse‘. Einige Zeichentrickfilme nutzten abstrakte Momente und versuchten, Emotionen in abstrakte Bilder zu transferieren. Dabei konzentrierten sie sich sorgfältig auf das Storytelling. Das Interesse der Kunst am neuen Medium Film ließ hingegen nach. Kaum ein Dutzend der häufig unzugänglichen und als zu kompliziert empfundenen Filme überlebte.

Ruttmann schuf die erzählerisch-experimentelle Dokumentation ‚Berlin – Die Sinfonie der Großstadt‘, und Reiniger arbeitete an ihrem Silhouettenfilm ‚Die Abenteuer des Prinzen Achmed‘. Was zusätzlich erschien, waren erste grafische Werbe-Ads in Form der Pixilation oder Stop-Motion-Animationen. Auch das Title Design nahm einen Schluck aus der Experimentalfilm-Flasche. Doch im Großen und Ganzen blieb es um den experimentellen Film lange ziemlich still …

Wir wolles etwas Neues suchen

… bis Mitte der 1950er-Jahre Saul Bass erschien und neue Maßstäbe in der kinetischen Typografie setzte, etwa mit dem Vorspann zu ‚Der Mann mit dem goldenen Arm‘. Doch auch die Popkultur lieferte kunterbunte, halluzinierende Blaupausen. Eine Verbindung von 2D-Animationen, Musik und grellen Farben setzte sich in Bewegung, und eine hybride Counter-Kultur entstand, die nicht erzählerisch, sondern einen sehnsüchtigen Hunger nach regellosen Farben und offenen Formenverkehr offenbarte. Psychedelisches ließ die Farben verschwimmen. Der Rhythmus der Musik strukturierte die Motion Graphic. In Musikfilmen der Beatles eroberten die Nonsens-Animationen von ‚Yellow Submarine‘ die Zuschauer und schenkten der ersten Jugendbewegung ihre Symbole.

Der Final Step fürs Motion Design

Die Anfänge des heutigen Motion Designs liegen in den ersten Animationsfilmen und der künstlerischen Avantgarde. Doch seit ‚Toy Story‘ wurde die hochtechnisierte Computeranimation zum überwältigenden Einfluss auf die bewegte Bilddarstellung und drehte das aufkommende Motion-Design-Rad schwindelig. Ein weiteres Beispiel der kreativen audiovisuellen Bildgestaltung ist das Title Design der ‚James Bond‘-Filme. In jedem ‚Bond‘-Vorspann wird das Zusammenspiel aus Film, Fotos, Illustration, kinetischer Typografie und Sound deutlich. Und genau diese brillante Synthese verschiedener Design-Disziplinen macht das Motion Design wiederum für die Werbe- und Filmbranche bis heute interessant. Doch nicht nur sie, auch andere nutzen das Motion Design.

Motion Design als Kommunikationsmittel

Die Kunst des Motion Designs liegt in der Kombination divergenter Design-Formate, widersprüchlicher grafischer Stilmittel, 3D-Modelle und Ton – sowie der nie endenden Suche nach dem visuellen Trend. Doch es wird noch besser.

In Zeiten von Social Media bekommt das Motion Design eine weitere Bedeutung. Ob in Tutorials, Intros, Erklärvideos für YouTube, Facebook, Instagram und Co – Motion Design ist das perfekte Stilmittel im Onlinemarketing und Social-Media-Marketing. Unternehmen buchen eine Motion-Design-Agentur (wie etwa ALEKS & SHANTU), um Produkte und Dienstleistungen für ihre Kunden formgerecht zu verpacken.

Mensch-Maschine-Connection

Motion Design ist heute zudem eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, u. a. auf der Oberfläche einer Website, auf dem Smartphone, dem Infotainmentsystem neuer Fahrzeuge oder während der Bedienung von Benutzeroberflächen im öffentlichen Raum.

Animierte Inhalte bieten uns die Möglichkeit, Informationen verständlich zu gestalten. Diese Art des Motion Designs wird ‚Interactive Motion Design‘ genannt; deren Möglichkeiten entwickeln sich rasant, wie bspw. avancierte Scroll-Animationen, Page Transition und Ladeanimationen beweisen.

Einzelne Teilgebiete wachsen zu eigenen Design-Disziplinen mit Stilrichtungen, Kategorie und viel Entwicklungspotenzial. Die Künstlichkeit der gebauten Räume ist hinsichtlich AR und VR endlos; und in welche Richtung diese Evolution auch voranschreitet: Motion Design hat eine beeindruckende Vergangenheit und eine spektakuläre Zukunft.

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Aleksandar Mijatovic Portrait Schwarz/Weiss

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Aleksandar Mijatovic

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