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Weißraum

‚Weißraum‘ (Leerraum) ist ein Begriff aus dem Design und Webdesign. Damit ist jener weiße oder vielmehr leere Raum gemeint, der zwischen den Webmodulinhalten, den Illustrationen, SEO-Texten, Erklärvideos u. a. m. steht. Weißraum ist in dem Kontext ein Gestaltungsmittel, das überall, aber vor allem im minimalistischen Webdesign verwendet wird. Er fokussiert sich auf die Reduktion und Ordnung, wobei der Content auf die Kernaussage komprimiert wird. ‚Weniger ist mehr‘ – bei der Nutzung von Weißraum.

Für Webdesigner, die jenen Weißraum nutzen, stellt dieser in seiner Aufteilung eine kreative und gestalterische Herausforderung dar. Es gilt nämlich, das besondere Gleichgewicht zwischen einfachem Design und angestrebter Komplexität zu finden. Eine festgelegte Formel existiert in dem Zusammenhang nicht, vielmehr muss es sich „richtig“ anfühlen. Es gibt dabei zwei grobe Weißraum-Unterscheidungen: Makro-Weißraum ist der Platz zwischen den wichtigen und tragenden Elementen des Layouts. ‚Mikro-Weißraum‘ hingegen bezeichnet die Abstände der Elemente untereinander. Dabei muss der Raum nicht unbedingt weiß sein, sondern er wird vielmehr als ein ‚Leerraum‘ oder ‚negativer Raum‘ bezeichnet und ist unabhängig von der farblichen Gestaltung.

Weißraum bietet dem präsentierten Content genügend Platz, um sich zu entfalten. Er lenkt den Blick bspw. auf den Podcast, das Shoppable Video oder auf die 2D-Animation und verschafft ihnen so eine höhere, verdichtete Aufmerksamkeit. Die Besucher werden nicht mit Content überstrapaziert, was den Besuch wesentlich angenehmer gestaltet und die Verweildauer auf der Seite erhöht. Hier, im Weißraum bietet sich eine Art visuelles Verschnaufen. Eine Pause, die einer Website mehr Niveau verleiht und die Informationsflut beruhigt. Qualitativ hochwertige und teure Produkte werden häufig von viel Weißraum begleitet. Er lässt sie unique und besonders edel wirken.

Ist Weißraum aber nicht auch Platzverschwendung? – Ja, natürlich kostet Weißraum Geld, weil die Inhalte nun etwa auf Unterseiten platziert werden müssen. Zudem wird der Content vom Full-Stack-Designer bzw. in der Webentwicklung neu aufbereitet. Diese Leute müssen übrigens ein sehr gutes Grafik- und Webdesign-Gefühl mitbringen, denn ein Fehler in der Handhabung von Weißraum kann sich fatal auswirken.

Dennoch gilt, mit dem Weißraum wird der Inhalt gut und übersichtlich gegliedert, er hilft den Besuchern, den Überblick nicht zu verlieren, schafft Ausgewogenheit und Harmonie, trennt Typografie und Bilder von anderen grafischen Elementen und schenkt der Optik insgesamt ein Gleichgewicht. Und das gilt nicht nur für Onlinemedien, sondern auch für gedruckte Publikationen (Printprodukte), u. a. im Corporate Publishing und der Unternehmenskommunikation. Hier spricht man auch davon, dass ‚eine Seite atmen können muss‘, damit sich Inhalte einer Broschüre, eines Geschäftsberichts oder Magazins besonders effektvoll präsentieren können.