‚aspekte‘ – unser schönes, wildes und wichtiges Bildungsfernsehen

Nein, niemand kann wirklich etwas anderes sagen: ‚aspekte‘ und ‚Das blaue Sofa‘ unter Wolfgang Herles haben unsere Animationen ins Fernsehen gebracht.

Damals produzierten wir unsere Animationen aber noch nicht im Animationsstudio mit After Effects und ausgebildeter Motion-Designer-Crew, sondern ganz unauffällig zu Hause. Allein. Mit Flash.

Alles roch ein klein wenig nach Gründergarage und gräulicher Heavy-User-Computertastatur.

Die Rechner stürzten regelmäßig ab, die Prozesse dauerten gefühlt endlos und die Grafik-Programme waren nur mit viel gutem Zureden dazu zu bringen, das zu machen, was wir wollten. – Ach, schön war es.

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Die ersten Jahre

Die ersten ‚aspekte‘-Jahre waren geprägt von einem leicht oberlehrerhaft wirkenden Bildungsauftrag. Es ging in erster Linie darum, den Zuschauern des Pantoffelkinos auf verständliche Weise einen Zugang zu Theater, Musik, Kunst, Literatur, Kino und Kulturpolitik zu vermitteln.

Unter dieser Prämisse führte auch der erste Moderator Walther Schmieding die Sendung gemeinsam mit dem leibhaftig anwesenden Großkunstadel wie Ernst Jünger, Zuckmayer, Chagall, Beckett und dem ewig rauchenden Günter Grass in Schwarz-Weiß aus dem Muff der Nachkriegszeit. Damals war alles noch live und zum Klang von Prokofjews ‚Symphonie Classique‘ ging es intellektuell zwar feinsinnig und anspruchsvoll zu, vom Bühnenbild wirkte es hingegen eher roh, ja spartanisch. Aber die Zuschauer von 1965 waren eben auch enorm hungrig nach Bildung, sehnsuchtsvoll nach wertigem Wissen. Kurz: Die Sendung wurde von Beginn an gut angenommen.

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Der 68-U-Turn

Inhaltlich änderte sich nur wenige Jahre später vieles in den wilden 68ern. ‚aspekte‘ wurde trendiger und löste sich vom angestaubt wirkenden Kunst- und Kulturverständnis der Nachkriegszeit. Kultur war ja plötzlich eine Art Lebensmittel, nichts Elitäres mehr. Während also die Jugend Europas auf die Barrikaden ging, Erhardt von Brandt erlöst wurde und plötzlich Blumen in den Haaren selbst in Wanne-Eickel modern wurden, war die ‚aspekte‘-Redaktion Entdecker neuer, schräger und auch sperriger TV-Inhalte.

Auch wenn das auf dem konservativen Lerchenberg nicht jedem gefiel, vieles wurde plötzlich doch politisch unter dem zweiten Redaktionsleiter Reinhard Hoffmeister. Nach einer kurzen Absetzung und Neuaufnahme der Sendung erstritt sich die Redaktion zwischen Klassenkampf und Hochkultur ihren Sendeplatz für ein Publikum, das sich parallel mit ihr veränderte. Nur durch diese Entwicklung gelang es der Redaktion, die neuen kulturellen Themen wie antiautoritäre Erziehung, elektronische Musik, Jugendrebellion, Medienkritik und Sexwelle in das Magazin zu hieven. Einfach war es sicher nicht, doch genau diese Sehnsucht nach dem Unverbrauchten, nach einem Shift, beherrscht das ‚aspekte‘-Magazin bis heute und macht es den verantwortlichen Redakteuren möglich, progressiv in die Zukunft zu schauen.

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Das heutige Konzept

Die ersten Kraftwerk-Auftritte, Stockhausen: In den Siebzigern ging es jugendlich-experimentell zu. An dem Kulturmagazin schieden sich aber auch die Geister und manch einem Zuschauer war es sicher viel zu wild. In den 80er-Jahren ließ die starke Ablehnung langsam nach, und das Magazin mauserte sich in einer weiteren Metamorphose zu einem der kulturellen Fixsterne der Medienlandschaft. Es entpuppte sich als hochwertige Kulturmagazin-Sendung, die vor dem beginnenden Wochenende die Zuschauer unterhaltsam informiert.

Bis heute steht ‚aspekte‘ für Kultur pur, verbunden mit Hintergrundpolitik und einer starken Recherche. Zudem denkt das ‚aspekte‘-Team, als Ergänzung zum inhaltlichen Markenkern, auch thematisch über die Zukunft nach und produzierte bereits ‚Buchmesse spezial‘-Ausgaben und andere herausragende Sendungen zum Thema ‚Literatur‘, die der Redaktion einen enormen Einschaltquotenzuwachs bescherten. Das Magazin nutzt eben die öffentlich-rechtlichen Freiheiten, um zu wachsen und sich mit dem Publikum stets weiterzuentwickeln.

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Times are changing

Was sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut noch gleich zum ‚aspekte‘-Magazin? Die Sendung habe sich „immer wieder erfolgreich neu erfunden […]“. Wenn etwas beim ‚aspekte‘-Magazin wirklich auffällt, dann ist es der Wille zur sanften, aber beständigen Veränderung. Über die Jahre hinweg ist das älteste audiovisuelle Erzeugnis der alten und neuen kulturellen Bundesrepublik immer neugierig geblieben – nicht nur hinsichtlich Themenauswahl, sondern auch strukturelle Herausforderungen betreffend.

Flink wie ein schnelles und kluges Eichhörnchen schwang es sich dabei so durch die Jahresbäume des vergangenen halben Jahrhunderts. Dabei ist ‚aspekte‘ trotz seines etwas versteckten Sendeplatzes und dank unverhohlener Kritik aus allen Lagern DIE Adresse für die wirklich großen künstlerischen Ereignisse, und in jedem Fall ein Treuebekenntnis zur Kultur an sich.

In unserem Portfolio lassen sich deshalb Animationen für die unterschiedlichsten TV-Beiträge finden.

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Vertrauen und Kreativität

Seit 2020 wird ‚aspekte‘ als Reportage-Format produziert, und unsere hochqualitativen Animationen sind weiter mit dabei. Dafür gibt es unterschiedlichste Gründe: Der lose Faden, der uns bspw. mit dem Redakteur Philipp Rimmele und dem Leiter Wolfgang Herles sowie der Leiterin Lucia Braun verband, ist über die Jahre zu einem festen Seemannstau gewachsen, auch und gerade nach dem Abschied von Herles. Ihr Mut und ihre Freude an unseren Animationen haben die Augen weiterer Redakteure und Redaktionen wie ‚Leschs Kosmos‘ und ‚WISO‘ auf uns gelenkt.

Hinzu kamen immer neu herausfordernde und extrem kreative ‚aspekte‘-Anfragen. Um nur einige Beispiele zu nennen: das ‚aspekte‘-On-Air-Design mit Collage-Animationen zu gestalten oder die Line-Art-Animationen für die Buchpräsentationen des ‚Blauen Sofas‘, aber auch animierte Illustrationen, Stop-Motion- oder Graphic-Novel-Animationen für die unterschiedlichsten, werthaltigen Beiträge.

Auch wenn das Fernsehen häufig rasant ungestüme Wellen schlägt, wissen die Redakteure, dass sie uns in puncto Kreativität und Zuverlässigkeit jederzeit vertrauen können. – Danke!

Aleksandar Mijatovic Portrait Schwarz/Weiss

Du willst die Kultur nicht völlig neu erfinden, suchst aber einen neuen Look, um sie zu präsentieren? – You are welcome!

Aleksandar Mijatovic

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