Der Wilhelmsschrei gehört zu den bekanntesten Soundeffekten der Filmgeschichte. Viele Menschen erkennen ihn sofort, aber kaum jemand kennt seinen Namen. In Actionfilmen setzen Sounddesigner diesen markanten Schrei gezielt ein, um tödlich getroffene Figuren zu betonen und Szenen emotional stärker wirken zu lassen.
Die erste dokumentierte Nutzung stammt vermutlich aus dem Western „Die Teufelsbrigade“ (1951). Der Effekt entstand dabei wahrscheinlich nicht als bewusstes Sounddesign, sondern zufällig in einer Aufnahmesession in den Warner-Bros.-Studios. Ein Synchronsprecher nahm dort mehrere allgemeine Schmerz- und Kampfschreie auf. Das Studio archivierte diese Aufnahmen zunächst ohne besondere Verwendung.
Später griffen Tonmeister immer wieder auf dieses Material zurück und nutzten es als Standard-Soundeffekt. Erst Jahrzehnte später ordneten Sounddesigner wie Ben Burtt solche Archivgeräusche neu ein und machten sie in modernen Produktionen wieder bekannt. Seinen Namen erhielt der Effekt durch die Figur Wilhelm aus dem Film „Der brennende Pfeil“, auch wenn diese Zuordnung historisch nicht korrekt ist. Der Sound verbreitete sich anschließend über eine große Soundbibliothek in der Filmbranche.
Heute taucht der Wilhelmsschrei in mehr als 300 Filmen und Serien auf. Viele Sounddesigner nutzen ihn bewusst als Insider-Gag. Häufig setzen Tonmeister ihn schnell in die Audiospur ein oder verwenden ihn gezielt als humorvolles Easter Egg.