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Kinetische Typografie

‚Kinetische Typografie bedeutet im Grunde die Produktion von Buchstaben bzw. Wörtern, die sich auf dem Screen bewegen (Typoanimation). Früher als reine Domäne des Kinofilms, zum ersten Mal von Alfred Hitchcock in ‚North by Northwest‘ und ‚Psycho‘ benutzt, steht sie in Deutschland wohl für das bewegliche ‚Wetten, dass …?‘-Logo, an das sich auch heute noch viele gut erinnern können. Damals wie heute wird kinetische Typografie gern für die Titel und den Abspann genutzt. Neuerdings wird es in Verbindung mit der sich immer weiter verbessernden Rechenleistung auch im mobilen Endverbrauch genutzt.

In der kinetischen Typografie können Buchstaben und Wörter vergrößert und verkleinert werden, schneller herankommen, sich wild auflösen oder zu Staub zerfallen. Der Kreativität für die Animationen sind kaum Grenzen gesetzt. Gemeinsam mit anderen filmischen Verfahren oder Mitteln, wie etwa mit Musik, aber auch Schnitt und Erzählung, kann sie eine starke Symbiose eingehen. Erfahrungsgemäß sollte sie als Stilmittel nicht willkürlich eingesetzt werden. Dennoch eignet sich die kinetische Typografie, um einen bestimmten Sound zu kreieren, d. h., beispielsweise einen Moment der Erzählung zu dramatisieren, um Charaktere zu beschreiben, besondere und emotionale Momente zu unterstützen oder um Aufmerksamkeit zu kreieren und zu lenken.

Innovative Filmemacher wie Robert Rodriguez mit ‚Sin City‘ oder Quentin Tarantino nutzen die kinetische Typgrafie auch, um sie modernistisch in ihre Erzählung einzubinden, Informationen zu streuen oder um bestimmte Charaktere stärker von vornherein zu definieren – quasi als erzählerisches und dramaturgisches Mittel.

Natürlich eignet sich diese Art der Typoanimation für diverse Formate ganz unterschiedlich. Kann man sich im Film mit der kinetischen Typografie etwas mehr Zeit lassen, um einen bestimmten Moment hervorzuheben oder um eine Atmosphäre zu erschaffen, wird für den mobilen Gebrauch eher dazu geraten, sich kurzzufassen.