Emile Griffith – Beruf: Boxer, Ziel: Weltmeister

Eine animierte Illustration

Der Zeichner Reinhard Kleist hat über das Leben des Boxers Emile Griffith einen spannenden Comic (‚KNOCK OUT!‘, CARLSEN Verlag) geschaffen. Das ‚aspekte‘-Team (ZDF) hat ihm einen Beitrag gewidmet. Wir wurden gefragt, ob wir hierfür einige Szenen animieren möchten. Da haben wir natürlich nicht ‚Nein‘ gesagt. Mithilfe des Marionettenwerkzeugs, After Effects und zielgerichteter Fantasie hat sich unser Animationsstudio in den Ring begeben und einen überzeugenden Punktsieg gefeiert.

Pressure Fighter

Emile Griffith war sicherlich eine Ausnahmeerscheinung unter den Boxern der Sechzigerjahre. Als homosexueller Weltmeisterschaftskandidat mit einem Faible für Hutdesign war er selbst in einem nicht eben langweiligen Ort wie New York eine ganz besondere Begabung. In seinem vielleicht entscheidendsten Kampf schlug er dann jedoch seinen Gegner Benny Paret so hart k. o., dass dieser im Ring starb. Zuvor hatte Paret Griffith homophob beleidigt.

Illustration Comic Benny Paret Beleidigt Emile Griffith mit den Worten Illustration Comic Benny Paret Beleidigt Emile Griffith mit den Worten
Illustration Comic Emile Griffith schlägt Benny Paret K.O. Illustration Comic Emile Griffith schlägt Benny Paret K.O.

Harte Kante

Für den Beitrag wurden zum einen fünf Szenen aus der Graphic Novel in Teile geschnitten. Diese wurden durch After Effects in Ebenen animiert. Dialoge peitschten sich nun ihren Weg nach vorne. Schraffierungen blitzten auf. Tänzer wurden lebendig. Hintergründe verschwanden. Die Animationen unterstützten, passend zum Voice-over, den Beitrag. Sie trugen nun die Stimmung der Geschichte. Die Zeichnungen der Graphic Novel sind ziemlich düster und rau. Genau diesen Sound probierte unser Animationsstudio aufleben zu lassen.

Wenn der Boxer taumelt

Doch es ging weiter. Gemeinsam mit der Redaktion entschieden wir uns, jenen Turning Point des Buches besonders aufwändig zu animieren, in dem Griffith seinen Gegner in die Seile drängte und tötete. Es gab dafür eigentlich hervorragendes Archivmaterial, aber das war den wenigsten Zuschauern zuzumuten. Es war zu grausam. Mithilfe einer Adobe-Schnitttechnik, dem Marionetten-Werkzeug, näherten sich unsere Motion Designer nun den Animationen. Durch dieses Werkzeug konnten sie einerseits die beeindruckenden Standbilder mit natürlicher Bewegung und Tiefe versehen. Andererseits aber auch ergänzende Detailelemente wie Blutspritzer hinzufügen.

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