Animationen erstellt zum Mauerfall 9-11-1989

Eine Epoche endete, eine neue begann.
Eine Rückschau von 1989 bis 2019.

Animation der europäischen Unruhe

Am 9. November, dem Schicksalsdatum der Deutschen, feierten wir 2019 den dreißigjährigen Mauerfall. Doch was heißt, feierten wir? War es nicht vielmehr eine Veränderung und Zeitenwende für ganz Europa?

Mit diesem Verständnis für unsere Nachbarn versuchte ‚aspekte‘ (ZDF), in einer intellektuell betont ausgewogenen Gesprächsrunde zunächst einen gesamteuropäischen Blick auf unsere Geschichte zu werfen und sie so in einen größeren Kontext zu stellen.

Unser Animationsstudio konnte dafür eine einführende Animation erstellen, die Kraft, Verständnis, aber auch intelligente Nachdenklichkeit evozierte.

Berlin – Alexanderplatz

Der eine Blick ging während der Themensendung nach außen, zu unseren östlichen Nachbarn. Der andere führte uns nach innen: zu einer der bekanntesten Demonstrationen, die von Kulturschaffenden der DDR initiiert wurde.

Wir erkennen Heiner Müller sowie den viel zu jung verstorbenen Ulrich Mühe, aber auch Autorinnen und Autoren wie Christa Wolf und Christoph Hein, die sich alle nicht das Ende der DDR wünschten, sondern das Ende der als zu erstarrt empfundenen politischen Strukturen.

Die Kreation der animierten Klammer für diesen Beitrag war eine spannende und intensive Aufgabe für die Motion Designer in unserem Animationsstudio.

ZDF – ‚aspekte‘ // ‚Der Traum von einer neuen DDR‘ // 4. November ’89 // ALEKS & SHANTU

Als der Eiserne Vorhang fiel

Schon das erste Bild der Animation macht klar, dass 1989 nicht nur eine Mauer in Deutschland, sondern ein Vorhang in ganz Europa fiel.

Eine rot schraffierte Linie zwischen Ost und West löst sich auf einer Landkarte auf. Nein, vielmehr bröselt sie weg im ersten Bild der Animation. Die komplett in After Effects erstellte Animation bewegt sich entlang einer durchbrochenen Mauer nun ruhelos von links nach rechts.

Wie auf einer Zeitleiste blicken wir durch die durchbrochene Mauer auf Realbilder mit wichtigen Akteuren der damaligen und heutigen polnischen, tschechischen und ungarischen Geschichte.

Die animierte Mauer

Für die Animation der Mauer haben unsere Motion Designer mehrere Fotografien von ihr benutzt. Mit dem Parallax-Effekt heben sie die Realbilder eindrucksvoll hervor. So erscheinen auf den Mauerresten rote Fragezeichen, wilde Schriftzüge wie ‚Freedom‘ und warnende Nazi-Graffiti, die unsere Animatoren mit der Hand gezeichnet haben. Aber es gibt auch mit klarer Schrift geschriebene Thesen. Sie sollen auf die kommende Diskussion verweisen.

Die Maueranimation endet beim Autor Timothy Garton Ash, der ein Buch über diese Zeit geschrieben hat.

ZDF – ‚aspekte‘ // Historiker Timothy Garton Ash über den Mauerfall // ALEKS & SHANTU

Wir zieh’n zum Alexanderplatz

Die Zeugen der größten Demonstration der DDR stehen noch heute auf dem Alexanderplatz. Es sind stumme, aber fast schon ikonische Bauwerke eines Landes, das zwar untergegangen, uns jedoch viel hinterlassen hat.

500 000 Menschen versammelten sich damals friedlich in der Mitte des Platzes; von dieser Demonstration gibt es sehr gutes Archivmaterial. Unser Animationsstudio hat einige Standfotos vom Alexanderplatz gekauft und sie zunächst in After Effects mit leichten Kamerabewegungen versetzt.

Bitte stell heute den Himmel frei!

Der Himmel wurde freigestellt und mit schnellen Wolkenbewegungen versehen. Zudem wurde ein analoger Effekt wie bei altem 35-mm-Filmmaterial über die Animation gelegt. Später haben die Animatoren die Fenster der Häuser freigestellt und die Bilder der Demonstration darin wandern lassen.

Auch im Fernsehturm, dem Haus der Wissenschaft sowie der berühmten Weltzeituhr, unter der Paula auf Paul wartete, spiegelt sich diese geschichtsträchtige Demonstration. Ebenso in einem alten, anachronistischen Röhrenfernseher, der uns diese Vergangenheit medial wiedergibt.

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