Sechs Modeillustratoren, die ihre Zeit prägten

Von Anfang an waren Modeillustratoren in der Lage, mit wenigen Pinselstrichen ein farbenprächtiges Szenario zu erschaffen, das die Fantasie der Betrachter entfachte und Mode abbildete.

Es waren teilweise bekannte Künstler wie Salvador Dali, die ihren Beitrag beisteuerten, sowie Illustratoren, die ganz und gar in der wunderbaren Welt der Mode aufgingen.

 

modeillustration mit vier frauen models rot weiss schwarz

Georges Lepape – zu Beginn des Jahrhunderts

1920 bis 1930 war Georges Lepapes Zeit. Man kann es nicht anders sagen. Er war auf der Höhe seiner Zeit.

Lepape war früh mit den führenden Künstlern seiner Zeit wie Braque in Verbindung getreten und entwickelte die Modeillustration fort. Wie? Indem er Modelle in natürlicher Bewegung zeigte. Bei Lepape liefen sie aus dem Bild heraus und drehten den Betrachtern auch mal den Rücken zu. Alles ging, vieles war in der starren Welt der Mode plötzlich möglich geworden. Er sprengte das Konzept und das Korsett der Zeit und dominierte so eine lange Zeit die damals noch große Welt der Illustration.

Lepape entwarf Titelbilder für ‚Harper’s BAZAAR‘, ‚VANITY FAIR‘ und ‚VOGUE‘ und schuf, in den USA angekommen, in einem Jahr mehr als ein halbes Dutzend Ausgaben der amerikanischen ‚VOGUE‘ des Jahres 1927 sowie zusätzliche Titel der ‚VANITY FAIR‘.

Illustration des Modeillustrators George Lepape gezeichnet in seinem Stil mit Blumen und Mantel Illustration des Modeillustrators George Lepape gezeichnet in seinem Stil mit Blumen und Mantel
Illustration des Modeillustrators Christian Berard gezeichnet in seinem Stil mit Sakko Illustration des Modeillustrators Christian Berard gezeichnet in seinem Stil mit Sakko

Christian Bérard – in den 1930er- und 40er-Jahren

Bébé, wie ihn seine Freunde und Verehrer nannten, hatte eine Hauptleidenschaft: das Theater.

Dass Bérard dann zur Modeillustration wechselte und dort viel Aufmerksamkeit bekam, lag sicher auch am Einkommen. Doch in den Dreißiger- und Vierzigerjahren illustrierte er, der Prinz des Pariser Nachtlebens, sehr erfolgreich für Coco Chanel, Christian Dior, Madeleine Vionnet, Nina Ricci und Elsa Schiaparelli und war eine gefeierte Persönlichkeit in den Künstlerkreisen seiner Zeit.

Er starb so flamboyant, wie er gelebt hatte: auf der Bühne. Bébés letzter Ausruf, nachdem er noch Jean Cocteaus Meisterwerk ‚La Belle et la Bête‘ betreut hatte, soll angeblich „Es ist vorbei“ gewesen sein.

Cecil Beaton – die Fünfzigerjahre

Cecil Beaton hat vor allem als Fotograf ein erstaunliches Bildererbe hinterlassen.

Seine Aufnahmen vom Blitzkrieg und dem zerstörten London waren mit dafür verantwortlich, die Amerikaner zum Kriegseintritt zu überreden. Seine Modeaufnahmen hingegen wirkten dekorativ und stilbildend zugleich. Dass er ebenso ein begnadeter Modeillustrator gewesen ist und für Zeitschriften wie ‚VOGUE‘ und ‚Harper’s BAZAAR‘ arbeitete, ist nicht übermäßig bekannt. Doch sein Illustrationsstil gab den Ton an.

Cecil Beaton, der später sogar in den Adelsstand erhoben wurde, machte daraus keine große Sache. Für einen multiinspirierenden Renaissance-Menschen wie ihn galt stets: „The truly fashionable are beyond fashion.“

Portrait Illustration des Modeillustrators Cecil Beaton mit roten Rosen Portrait Illustration des Modeillustrators Cecil Beaton mit roten Rosen
Portrait Illustration des Modeillustrators Antonio Lopez mit regenbogen Farben und buntem t-shirt print Portrait Illustration des Modeillustrators Antonio Lopez mit regenbogen Farben und buntem t-shirt print

Antonio – die Siebziger- und Achtzigerjahre

Antonio war Antonio. Niemanden interessierte sein Nachname Lopez. Was für ein Lopez? Antonio galt es zu engagieren, wenn jemand in der Mode etwas Außergewöhnliches suchte.

Antonio arbeitete bereits mit 19 Jahren zum ersten Mal für die ‚New York Times‘ und später im Paris der 70er für Karl Lagerfeld. Er entdeckte reihenweise Models, liebte das rauschhaft-produktive Leben und produzierte Modeillustrationen, die ihren Namen auf einen neuen Stand hoben. Nebenbei war er derjenige, der zum ersten Mal Models mit unterschiedlichen Ethnien und Persönlichkeit zeichnete.

Er ließ sich bei seinen Modeillustrationen vom aufkommenden Discosound und dann später vom discoverachteten Punk inspirieren. Antonio gelang das, wonach sich viele Modeillustratoren sehnten: die persönlichen Merkmale seines Models herauszuarbeiten und so der Fotografie ebenbürtig zu sein.

Mats Gustafson – der Aktuelle

Mats Gustafson ist ein – wenn nicht DER – zeitgenössische Modeillustrator, der mit seinen Arbeiten für die verschiedensten Zeitschriften Signale setzt und mit Ausrufezeichen kreiert.

Mats Gustafson entwarf fast im Alleingang die Neukonzeption der Modeillustration und arbeitet mit seinen Techniken für die ‚VOGUE‘ und ‚THE NEW YORKER‘. 2012 adelte ihn das Modehaus DIOR, als es ihn anfragte, die aktuelle Kollektion zu illustrieren. Es war die Rückkehr zur elegantesten und ersten Art, Mode auszudrücken.

Mit seinen Aquarell- und Collagetechniken setzt Gustafson heute Trends in der Modeillustration.

Portrait Illustration des Modeillustrators Mats Gustafson schwarz weiss tinte Portrait Illustration des Modeillustrators Mats Gustafson schwarz weiss tinte
Portrait Illustration der Modeillustratorin Aurore de la Morinerie schwarz weiss tinte Portrait Illustration der Modeillustratorin Aurore de la Morinerie schwarz weiss tinte

Aurore de la Morinerie – today’s Darling

Aurore de la Morinerie ließ sich von der uralten und geheimnisvollen Macht der chinesischen Kalligrafie zu ihren heute mächtig angesagten Modeillustrationen inspirieren. Ihre überragenden illustrativen Fähigkeiten brachte sie in die wirklich großen Zeitschriften wie die ‚New York Times‘, ‚TIME Magazine‘, ‚Harper’s BAZAAR‘, ‚ELLE France‘ und ‚Le Monde‘.

La Morinerie arbeitet dabei mit Tusche, Aquarell oder Monotypie und geht weit über die reine Illustration hinaus. Ein Pinselstrich verändert bei la Morinerie den Verlauf der Farbe. Ein Farbfleck fluoresziert zur Silhouette, und die Linie verwandelt sich in eine Geste.

Es sind die flüchtig zarten Momente auf Papier, mit denen sie die Essenz eines Kleidungsstücks hervorhebt und eine erzählerische Ebene eröffnet.

Quasi aus dem Nichts: Eine Idee wird zur Form

Erstklassige Illustratoren sind für die Mode, aber auch für Web- und Produktdesign unerlässlich. Sie umreißen mit wenigen Strichen eine neue Idee und geben ihr so die Möglichkeit zu wachsen. Aus einer Linie wird ein Auto, ein Erklärvideo, das Design eines Tennisschlägers, ein Logo oder auch eine App.

Quasi aus dem Nichts entsteht auf dem Papier, aber auch digital eine Form, mit der es einem Auftraggeber möglich ist, seine Umgebung zu überzeugen.

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Oliver Lehner - Portrait

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Oliver Lehner
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