Wer am Lektorat spart,
zahlt mit seinem Image

Mit diesem Beitrag zeigen wir dir, warum in der schriftlichen Kommunikation eine Textprüfung unerlässlich ist, wie sie funktioniert und wie ein Lektorat dazu beiträgt, deine Unternehmenskommunikation zu optimieren und das Image deiner Marke zu stärken.

Fehler und deren Folgen werden oft unterschätzt

Die Folgen von Nachlässigkeiten im Umgang mit dem geschriebenen Wort können für Unternehmen gravierend sein, denn Fehler implizieren unweigerlich und grundsätzlich einen Mangel an Kompetenz. Die möglichen Konsequenzen:

  • Veröffentlichung/Verbreitung falscher Zahlen und Fakten,
  • missverständlich formulierte Inhalte,
  • Imageeinbußen wegen fahrlässiger Missachtung der Political Correctness (PC) im Wording,
  • Regressforderungen (bspw. bei fehlerhafter Produktkennzeichnung),
  • Nachteile im Suchmaschinenranking, da eine hohe Fehlerquote als Mangel des Websiteanbieters gewertet wird.

Welches Unternehmen, welche Marke kann sich das auf Dauer leisten? Den unternehmerischen Erfolg sollte man nicht durch Oberflächlichkeit in der Kommunikation aufs Spiel setzen. Daher ist eine umfassende professionelle Textprüfung im Zuge der Textkreation unverzichtbar.

In den nachfolgenden Abschnitten will ich dir gern einen Einblick in die Materie geben:

Was umfasst ein Korrektorat und wo liegen Unterschiede zum Lektorat?

Korrektorat und Lektorat liegen thematisch eng beieinander. Das Korrektorat kann man als Teilbereich des Lektorats bezeichnen. Es beinhaltet eine gründliche sprachliche Qualitätskontrolle eines Textes. Dazu zählt vor allem die Prüfung auf Einhaltung der amtlichen Regelung zur Rechtschreibung und Grammatik. Der DUDEN als Referenz- und Regelwerk dient hierbei als Leitmedium.

Weiterhin prüft ein Korrektor einen Text auf sprachliche und stilistische Stimmigkeit. Im redaktionellen Kontext zählt dazu auch die Überprüfung eines Artikels auf Genrekonformität. Hierbei ist wichtig zu wissen, was bspw. eine Nachricht von einer Kolumne oder einem Editorial unterscheidet.

Ferner beurteilt ein Korrektor die Plausibilität, also die inhaltliche Logik eines Textentwurfs und die zeitliche Einordnung einer beschriebenen Handlung. Bei z. B. wissenschaftlichen Fachtexten, die Expertenkenntnisse voraussetzen, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Spezialisten aus dem jeweiligen Fachgebiet.

Sobald ein Textmanuskript in ein grafisches Layout überführt wurde, hat erneut ein Korrektor Handlungsbedarf. Er überprüft u. a. den Umfang auf Vollständigkeit und kontrolliert grafische Zuordnungen wie Infografiken und Fotos oder – in der Filmproduktion – eingeblendete/animierte Texte sowie Intro, Outro und sogenannte Bauchbinden.

Alle Fakten zum Korrektorat auf einen Blick

  • Teilbereich des Lektorats
  • Prüfung/Korrektur der Rechtschreibung und Grammatik
  • Prüfung/Korrektur der sprachlichen Stimmigkeit und Stilistik
  • Beurteilung der inhaltlichen Plausibilität
  • Prüfung von zitierten Inhalten und Quellenangaben, ggf. Faktencheck
  • Prüfung auf Vollständigkeit nach Übernahme des Textes in ein Layout
  • Abgleich von Fakten und Zahlen, z. B. nach Tabellenaufbau oder nach Erstellung von Infografiken und Animationen

All diese Arbeiten übernimmt auch ein Lektor. Der jedoch ist darüber hinaus auch so etwas wie ein Agent des Autors. Er trifft mit ihm Vereinbarungen, die über das Textliche hinausgehen (u. a. Termin- und Budgetabsprachen) und unterstützt ihn in Belangen des Marketings und der PR-Arbeit.

Alle Fakten zum Lektorat auf einen Blick

  • Erfüllt alle Kompetenzen des Korrektorats
  • Produktionshandling (für Druck, buchbinderische Weiterverarbeitung, Veredelung, Auslieferung)
  • Beratung des Autors/Kunden hinsichtlich der Verbreitung der Publikation (Vertrieb und Marketing, Onlinemarketing, Social-Media-Marketing …)
  • Bindeglied zu externen Partnern wie z. B. Übersetzern, zusätzlichen Fachlektoren, Illustratoren, Fotografen, Verlag, TV-Redaktionen, Filmproduktionsfirmen
  • PR-Beratung und Pressearbeit für den Autor/Kunden
  • Termin- und Budgetverwaltung des Projekts

Häufige Rechtschreibfehler

Allein die Rechtschreibreform vom August 1998, die eigentlich die Orthografie vereinfachen sollte, wirft bis heute mehr Fragen als Antworten auf, und die Reform der Reform führte einmal mehr zu Unsicherheiten und Fehlerquellen. Stellvertretend einige Beispiele:

‚ss‘ oder ‚ß‘?

Mit der Reform verbreitete sich, dass statt ‚ß‘ ‚ss‘ zu schreiben sei. Wer aufgepasst hat, weiß, das ist nur die halbe Wahrheit, denn ‚ss‘ wird ausschließlich nach kurzem Vokal verwendet. Ein ‚ß‘ folgt somit bei langem Vokal und nach einem Diphtong (‚au‘, ‚ei‘, ‚eu‘). Achte mal darauf, wie oft fälschlicherweise ‚Straße‘ zur ‚Strasse‘ wird oder wie Erasco seine „Heisse Tasse“ anpreist! – Letzteres eher keine Frage des guten Geschmacks.

Infografik-ein schild das zeigt zwei richtungen eine s oder ß Infografik-ein schild das zeigt zwei richtungen eine s oder ß
Infografik die eine Kette zeigt welche zusammen und getrennte Elemente hat. Um in der Rechtsschreibung zu zeigen getrennte und zusammenhängende Wörter Infografik die eine Kette zeigt welche zusammen und getrennte Elemente hat. Um in der Rechtsschreibung zu zeigen getrennte und zusammenhängende Wörter

Getrennt oder zusammen?

Grundsätzlich schreibt der DUDEN vor: „Die Bestandteile von Wortgruppen werden getrennt geschrieben, die Bestandteile von Zusammensetzungen […] zusammengeschrieben.“1 Klingt einfach, doch die Liste der Ausnahmen ist lang, daher gilt es immer, den Einzelfall zu prüfen. Wann heißt es bspw. ‚Rad fahren‘, aber ‚eislaufen‘, wann ‚kleinschneiden‘, aber ‚ganz klein schneiden‘?


1 „Duden. Die deutsche Rechtschreibung“, 27., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Band 1, Seite 48, Dudenverlag Berlin

Binde- oder Gedankenstrich?

Eine andere Besonderheit – ich möchte sagen: wiederkehrende Herausforderung – stellt die korrekte Anwendung des Bindestrichs dar. Wie der Name schon sagt, verbindet er mehrere Elemente einer Zusammensetzung. Leerzeichen haben also bei der Verwendung eines Bindestrichs nichts zu suchen, die gehören zum Gedankenstrich. Zwischen diesen beiden wird in der Praxis jedoch oft gar nicht unterschieden. Immer wieder ist dies bei der Schreibweise von durchgekoppelten Bestandteilen zu beobachten. Ein Beispiel: Aus der korrekt zu schreibenden ‚Max-Mustermann-Schule‘ wird leider allzu oft ‚Max Mustermann Schule‘, ‚Max Mustermann-Schule‘ oder ‚Max – Mustermann – Schule‘.

Brücke und Messer Grafik Brücke und Messer Grafik
Groß oder Klein Schild Grafik nach Links oder Rechts Groß oder Klein Schild Grafik nach Links oder Rechts

Groß oder klein?

Die DUDEN-Regel geht hier vom „Normfall“2 der Kleinschreibung aus. Groß wird nur in Fällen von Satzanfängen, Substantiven bzw. Substantivierungen, Namen und Höflichkeitsanreden geschrieben. Die Kunst liegt nun wieder darin, in den kombinierten Varianten die richtige (neue) Regelform zu erkennen. Dass da noch so manches im Argen liegt, weil der ein oder andere im Dunkeln tappt, liegt nahe. Da empfiehlt sich doch die Hilfe eines Lektors/Korrektors als Erfolg versprechende Maßnahme oder als äußerst gewinnbringende Investition.


2 „Duden. Die deutsche Rechtschreibung“, 27., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Band 1, Seite 58, Dudenverlag Berlin

Mit Sternchen oder geklammert?

Die Genderdiskussion hat sich nicht nur im politischen Kontext abgespielt. Der Umgang mit diversen Geschlechtern hat gravierenden Einfluss auf die Kommunikation in Unternehmen, Organisationen und Institutionen. War es vor einigen Jahren noch falsch zu schreiben ‚Suche Mitarbeiter/in‘, ist die Art der Schreibweise mittlerweile liberaler geworden – wichtiger aber ist, dass eine Diversität des Geschlechts erkennbar ist. Eine alleingültige Schreibweise ist noch nicht definiert worden, geschrieben werden darf daher sowohl mit Schrägstrich als auch mit Klammern: ‚Mitarbeiter/-in‘, ‚Mitarbeiter(in)‘, ‚Mitarbeiter*in‘ oder auch mit Gendergap: ‚Mitarbeiter_in‘. Nachteil an diesen Versionen ist allerdings, dass man offensichtlich auf 2 mögliche Geschlechter reduziert. Daher empfehlen wir in solchen Fällen diese Variante: ‚Mitarbeiter (m/w/d)‘. Das ‚d‘ steht dabei für ‚divers‘.

(m/w/d) divers (m/w/d) divers

Häufige Grammatikfehler

Obwohl die deutsche Sprache – im Gegensatz zu vielen slawischen Sprachen – nur vier Fälle hat, hapert es verbreitet an korrekter Fallbestimmung und Deklination, außerdem an der Anwendung richtiger Zeitformen und der damit einhergehenden Fähigkeit, fehlerfrei zu konjugieren. Hier ein paar Beispiele häufiger Grammatikfehler:

„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“3

Das wusste schon Bastian Sick treffsicher und obendrein amüsant auf den Punkt zu bringen. Wer dieses Buch gelesen hat, der entdeckt an deutscher Grammatik ganz neue Seiten. Mir schrieb der Autor aus der Seele – und bis heute gilt sein Appell, den Genitiv zu bemühen, auch wenn um uns herum überwiegend Dativ-Deutsch gesprochen wird. Gern berufen sich jene auf die sogenannte ‚Veränderung von Sprache‘. Doch noch ist hier nicht das letzte Wort gesprochen. So spricht und schreibt man auch heute korrekterweise nicht ‚wegen dir‘, sondern ‚deinetwegen‘ und nicht ‚wir gedenken den Gefallenen‘, sondern ‚der Gefallenen‘.


3 Bastian Sick: „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, KiWi-Verlag, Mai 2013
Rote Grafik Grabstein mit Aufschrift Genitiv RIP Rote Grafik Grabstein mit Aufschrift Genitiv RIP
Grafik rot linke Hand und rechte Hand halten Grafik rot linke Hand und rechte Hand halten

Fugen-s und Apostroph – mehr als Lückenbüßer

Auch Apostroph, Fugen-s und Interpunktion sind häufige Fallstricke, die Textkreateure verunsichern. Während zwischen ‚Namenkunde‘ und der ‚Namensgebung‘ nicht nur ein ‚s‘, sondern bedeutsame Welten liegen, fungiert der Apostroph als Auslassungszeichen – am Anfang (‚’s ist warm heute‘), am Ende (fürs Genitiv-s: ‚Ringelnatz’ Gedichte‘), mitten im Wort (‚Ku’damm‘) und mitunter auch als verbindendes Element (‚Wie geht’s?‘).

‚Als‘ oder ‚wie‘?

Diese kleinen unscheinbaren Konjunktionen muten sehr ähnlich an, sind aber doch so verschieden in ihrer Bedeutung. Das Schlimmste, was in der Praxis vorkommt, sind Sätze wie ‚Sie ist viel schöner wie du‘ oder ‚Das Ergebnis fiel besser aus als wie gedacht‘. Man merke daher als Grundsatz: In vergleichendem Kontext wird bei Gleichheit (genauso wie) ‚wie‘ genutzt, bei Ungleichheit (besser/schlechter als) ‚als‘. ‚Als wie‘ sollte man tunlichst vermeiden; diese Konstellation weist der DUDEN lediglich als „veraltet/umgangssprachlich“4 aus. Beide Varianten werden übrigens ohne Komma geschrieben, leitet ‚als‘ jedoch einen Nebensatz ein, wird davor stets ein Komma gesetzt (‚Ich habe mehr erwartet, als er bereit war zu geben.‘)


4„Duden. Die deutsche Rechtschreibung“
Icon Straßenschild mit zwei Pfeilen Icon Straßenschild mit zwei Pfeilen

Wie gehen wir bei der Textprüfung vor?

Unser mehrstufiges Korrektursystem sorgt für mehr Sicherheit

Stufe 1: Wir redigieren das Textmanuskript

Auch im Korrekturhandling orientieren wir uns ganz an den Wünschen des Kunden. Grundsätzlich aber empfehlen wir bei umfangreichen Texten eine erste Lesung, sobald ein Textmanuskript vorliegt. In dieser Phase der Textkreation ist es noch möglich, Einfluss auf Inhalte und Umfänge zu nehmen und diese ggf. an die Corporate Language anzupassen. Wir überarbeiten die Textvorlage stilistisch, optimieren die Länge und korrigieren die Rechtschreibung und Grammatik. Auf Wunsch übernehmen wir auch eine Anpassung von Webcontent nach SEO-Kriterien.

Stufe 2: Wir prüfen den Text im Layout inkl. zugehöriger Infografiken

Eine zweite Lesung erfolgt nach der Übernahme der Texte ins Web- oder Printlayout. Hier schließt unser Lektorat/Korrektorat dann auch Trenn- und Umbruchoptimierungen mit ein sowie die Anpassung von Sonderzeichen im Web. Außerdem werden bei Bedarf Headlines und Sublines optimiert. Werden Texte bspw. für Magazin, Broschüre oder Flyer auf ausgedruckten Papierseiten korrigiert, finden hierbei spezielle Korrekturzeichen Anwendung. Neben der textlichen Güte prüfen wir auch die Richtigkeit der zugeordneten grafischen Elemente (Fotos, Infografiken, Logos etc.) und im Fall von Büchern und Magazinen satztechnische (DTP-)Standards wie Kolumnentitel und Paginierung.

Stufe 3: Unser ‚Last Look‘ für letzte Änderungen

Eine finale Sichtung, z. B. der Druckdatei, des Softproofs/Proofs oder Andruckplots, rundet unsere Korrekturphase ab. Sie gibt Kunden die Möglichkeit, dass selbst letzte Änderungen berücksichtigt werden können. Für alle drei Stufen unseres Lektorats gilt: Sämtliche Änderungen, die über Rechtschreibung- und Grammatikkorrekturen hinausgehen, werden in enger Zusammenarbeit mit dem Autor/Kunden abgestimmt.

Unser Aufwand richtet sich nach Ihren Wünschen

Der Zeitfaktor richtet sich einerseits nach dem Umfang der Texte, andererseits nach dem inhaltlichen Schwierigkeitsgrad. Bei Fachtexten, die Expertenkenntnisse voraussetzen, wird u. U. ein Fachlektor zurate gezogen. Sind Fremdsprachentexte zu lektorieren, greifen wir auf erfahrene externe Übersetzer zurück und koordinieren die einzelnen Korrekturschleifen in enger Abstimmung.

Speziell bei einem mehrstufigen Lektorat (wie zuvor beschrieben), sind die erforderlichen Zeiten rechtzeitig in den Workflow des Projekts einzuplanen.

Lektorat Illustration Lektorat Illustration

Unsere Expertise zum fairen Preis

Als Orientierung haben wir eine Preisliste erstellt, die verschiedene Umfänge und inhaltliche Aspekte des Textes berücksichtigt. Kalkuliert ist jeweils ein einmaliges Proofreading (kein mehrstufiges Korrektursystem).

Zur interaktiven Preisabfrage

Basierend auf dieser Preisliste kannst du dir mithilfe unseres Preisgenerators die zutreffenden Parameter der zu kalkulierenden Leistung ganz einfach selbst zusammenstellen. So eruierst du die zu erwartenden Kosten höchst individuell und zeitsparend. Bei Wünschen, die über die dargestellten Optionen des Konfigurators hinausgehen, lohnt es sich, uns direkt zu kontaktieren. Wir unterbreiten dir gern ein faires Angebot.


CTA Lektorat

Zum Download der Preisliste

Alternativ steht dir unsere Preisliste als auch PDF-Dokument zum Download zur Verfügung.

Hier PDF herunterladen

Karin Schramm-Kontaktbild

Wer nach all den Fakten noch Lust hat, den lade ich nun ein, mich imaginär durch einen Tag, wie ich ihn oft erlebe, zu begleiten.