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Interactive-Studio

Exit-Scam

Ein Exit-Scam ist die digitale Version des großen Abtauchens: Ein Onlineshop oder eine Plattform wirkt zunächst seriös, verspricht Gewinne, zeigt durchweg positive Bewertungen und erzeugt manchmal auch künstliche Dringlichkeit, und dann – zack! – ist die Plattform plötzlich offline, das Geld weg und die Betreiber spurlos verschwunden. Rechtlich fällt so ein „Abgang“ unter Betrug (§ 263 StGB); je nach Fall können auch Untreue (§ 266 StGB) oder Computerbetrug (§ 263a StGB) greifen. Die Aufarbeitung und rechtliche Durchsetzung sind jedoch schwierig, weil die Betreiber fast nie in Deutschland sitzen.

Wie du dich vor Exit-Scam schützt

Ein klassisches Beispiel für einen Exit-Scam ist die Bitcoin-Börse Mt.Gox, die 2014 plötzlich Insolvenz anmeldete. Damit waren Millionen von Bitcoins plötzlich weg, und die Betreiber standen lange im Fokus von Ermittlungen. Auch gefälschte Onlineshops und NFT-Projekte können Exit-Scams sein, die auf digitale Märkte abzielen. Kannst du da gar nichts tun? Doch, das kannst du.

Häufig bieten Indikatoren aus der analogen Welt auch gute Verhaltensregeln im Netz. So ergibt es absolut keinen Sinn, Websites und Anbietern im Netz blind zu vertrauen, wenn es um Ziele, Versprechungen und Gewinne geht! Ein Quäntchen gesunde Skepsis gilt auch hier. Nutzer sollten außerdem unbedingt auf das Impressum, Lizenzen, seriöse Bewertungen und Warnsignale der Community achten. Fehlende Ansprechpartner oder plötzliches Drängen auf Einzahlungen sind ebenfalls ein ziemlich guter Indikator dafür, dass hier etwas nicht stimmt. Unsere Digitalagentur empfiehlt Kunden außerdem sichere Wallets und Zwei-Faktor-Authentifizierung. So entkommst du dem großen Abtauchen, bevor es zu spät ist.

Dennoch bleibt der psychologische Aspekt: Wir Menschen fallen auf die Angebote herein, weil die Scammer eben wirklich verdammt gut darin sind, Vertrauen aufzubauen, sei es durch positive Bewertungen (woher auch immer) oder durch unsere Sorge, etwas zu verpassen.

Unterschied zu anderen digitalen Straftaten

  • Scam allgemein: Kann jede Art von Betrug sein, oft klein und kurzfristig. Exit-Scams sind eher langfristig geplant und zielen auf hohe Summen ab.
  • Digitaler Diebstahl/Hacking: Fremde brechen ein und stehlen. Exit-Scam = Betreiber klaut selbst bei den eigenen Nutzern.
  • Phishing: Trickbetrug per E-Mail oder Links. Exit-Scam = Plattform verschwindet komplett.

Was tun, wenn das Geld schon weg ist?

Wenn du jetzt in einen Exit-Scam gerutscht bist, heißt das nicht sofort „Game over!“, aber du musst schnell reagieren. Erstens: Sicher alle Screenshots und Belege und melde dich direkt bei deiner Bank oder deinem Wallet-Anbieter, weil viele Transaktionen zumindest überprüft oder gemeldet werden können. Danach solltest du den Fall bei der Polizei anzeigen, schon allein, weil offizielle Ermittlungen manchmal überraschend doch etwas bewegen. Und ganz, ganz wichtig: Lass dich nicht von angeblichen „Recovery-Helden“ ködern! Sie versprechen, dein Geld zurückzuholen, wollen meistens aber nur noch mehr kassieren.

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