Die animierte Graphic Novel ‚Sabrina‘

Die überwältigende Einsamkeit der animierten Geometrie

Wenn ein Mensch verschwindet, sich in Luft auflöst, ist die Bestürzung und die Vereinsamung der Angehörigen groß. Von dieser Vereinsamung, der Paranoia und den Folgen für die Gesellschaft erzählt die Graphic Novel ‚Sabrina‘ des Illustrators Nick Drnaso. Sein großartiges Buch ist für den Booker-Preis nominiert und hat bei den Lesern für einen wahren Begeisterungssturm gesorgt. Das ‚aspekte‘-Team hat den Autor in Detroit besucht und unser Animationsstudio gebeten, das Material zu animieren. Das haben wir mit viel Freude, Einfühlungsvermögen und angemessenem Fingerspitzengefühl getan.

Eine Reduktion

Da sich im Subtext der Erzählung viel um Melancholie, Trauer und Einsamkeit dreht, haben unsere Motion Designer eine starke Emphase auf Langsamkeit gelegt, die das Besondere der grafisch eher reduzierten und geometrischen Erzählung ausmacht. Während in anderen Comics die Schnelligkeit vieles hinwegfegt, kommt es bei ‚Wo ist Sabrina?‘ zu einer Art Stillstand, zum Anhalten und Innehalten, was auch Verlorensein ausdrückt.

Verschwundene Bewegungen

Um das überzeugend darzustellen, haben unsere Animationskünstler viele Bilder ausgeschnitten und mit dem Marionetten-Werkzeug in After Effects animiert. Die einzelnen Bilder wurden dabei mit Transparenz langsam ein- und ausgeblendet, während im Hintergrund die Graphic Novel immer zu erahnen ist. Für jedes ausgeschnittene Bild wurde dann ein wichtiges Detail wie Köpfe, die nicken, kleine feine Bewegungen, kurze Gänge, Umarmungen, aber auch Sprechblasen animiert. Jedes dieser Bilder verschwindet aber nach einer Weile. Für immer. ‚Verschwinden‘ – ein Thema, das in der Erzählung nicht nur spürbar, sondern greifbar ist.

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