Unsere glorreichen sieben Title Designs

Eine gute Serie ohne eine passende Titelanimation ist schwer vorstellbar. Die Minuten, die der Zuschauer braucht, um sich in die Erzählung zu vertiefen, sind für die Erzählung und den Zuschauer wichtig. Der Vorspann in seiner Verbindung aus Bild und Ton zieht ihn aus seinem gewohnten Umfeld erst heraus, führt ihn in die jeweilige Situation und gibt ihm so die Möglichkeit, Abstand von der ihn umgebenden Realität zu finden.

Unser Animationsstudio beschäftigt sich mit Animationen für Serien, Werbung, Erklärvideos und animierte Webseiten – und klar, sind unsere Illustratoren und Motion Designer auch Fans mit einem ganz besonders scharfem Auge. Vieles fällt ihnen auf, einiges durch und natürlich fällt ihnen auch bei ihrer Arbeit einiges ein. Wir haben deshalb hier den zweiten Teil unserer Highlights aufgelistet.

(Hier findet ihr übrigens den ersten Teil) Keine Frage, die Liste ist fly, natürlich total unvollständig und komplett subjektiv – und über den einen oder anderen Vorspann wurde wirklich lange gestritten.)

Westworld (Season 2),
Elastic (2018)

Ein Genremix aus Western und Science Fiction? Was soll das denn? Geht’s noch? Ja, es geht – und wie! Das haben uns die Macher von ‚Westworld‘ vorgemacht. In dem kongenialen Vorspann baut eine unheimliche Kraft das Leben auf einer Art künstlichem Planeten mit einem 3D-Drucker nach. Menschliches Fleisch und Knochen werden mit Sehnen verbunden, Pferde durch Roboter, wie am Fließband, zum Laufen gebracht. Ein altes Klavier beginnt zu spielen. Die Moderne baut sich ihren Western-Erlebnispark selbst zusammen. Das wirkt sehr düster, von der Musik her magisch-schwer und klinisch-synthetisch. – Ein echter Mehrfachgucker. Yee-Haw!

Spider-Man: Into the Spider-Verse,
Alma Mater (2018)

Diese Titelanimation erhielt 2019 einen der kostbaren SXSW-Preise für sein Motion Design. Kein Wunder, die Animation ist lit, schlägt sich grandios durch alle Wände, bis die Synapsen glühen, und zieht einen tief in die Geschichte rein. Aber wir wissen: Aus so großer Kraft folgt auch große Verantwortung! Doch dem wird die Titelanimation gerecht. Angelehnt an den klassischen Comic nimmt uns der Titel mit durch ein schreiend buntes, mehrdimensionales Universum. Das ist dann auch bevölkert von Hunderten, ja Tausenden Spider-Mens. Immer in wirbelnder Bewegung, kaleidoskopartig gebrochen und somit auf die diversen Ebenen verweisend, dreht sich der Titel in sich selbst. Killer!

Halt and Catch Fire,
Elastic (2014)

‚Halt and Catch Fire‘ ist die Geschichte von Joe MacMillan, der sich Mitte der Achtzigerjahre aufmacht, einen Personal Computer zu entwickeln. Berufliche Belastung, Stress und ein hoher Konkurrenzdruck prägen seinen Alltag. Das alles wird in der Titelanimation eingefangen. Besondere Beachtung findet in dem Zusammenhang der Strich, der sich linear durch den ganzen Vorspann zieht und dem wir folgen. Dabei erinnern die Schlieren und Hintergründe vielleicht an ein Gerhard-Richter-Bilder, ja, an moderne Kunst in ihrer abstrakten Form. Dazwischen werden aber auch immer wieder moderne Elemente geschnitten. Wie etwa ein stilisierter Computerchip. Im Vergleich zu den anderen Vorspännen wirkt dieses Titeldesign modern, aber reduziert.

Game of Thrones,
Elastic (2011)

Das Intro von ‚Game of Thrones‘ dürfte mittlerweile auch sibirischen Jurtenschamanen und indigenen Völkern am Amazonas geläufig sein. Doch was ist das Besondere an dieser Animation? Es wird mit jeder neuen Folge ein klein wenig an die Handlung angepasst. Eigentlich ungewöhnlich, weil in der Regel die Intros doch immer gleich bleiben, oder hast du schon mal eine Veränderung beim good old ‚Tatort‘-Intro entdeckt? Nein? Na siehst du! Eine weitere Besonderheit ist, dass hier keine Figuren eingeführt werden, sondern Städte und Handlungsorte. Wie auf einer großen, historischen Landkarte. Dabei verweist das mechanische Hochschrauben der Häuser, Türme und Verteidigungsanlagen auch auf eine mythische Zeit, die nun vor uns liegt. Never forget what you are.

American Gods,
Elastic (2017)

LSD und unterschiedliche Religionen in wechselnden Farben, die entweder angenehm oder viel zu grell sind, verbinden sich. So beginnt die TV-Verpackung und darf in diesem Highlight der provokantesten Titelanimationen aller Zeiten definitiv nicht fehlen. Buddha, gekreuzigter Adler, eine Pyramide, die Medusa und die berühmte Veiled Virgin sowie hypermoderne Technik und Psychopharmaka wechseln sich in düsterer Atmosphäre ab. Die Bilder vermitteln gekonnt, wie der Mensch sich über die Natur erhebt. Durch die schiere Menge an Information und durch die desperate Vermischung von allem, erscheint es für den Zuschauer schwierig, alles zu erfassen. Ein wenig hybrid, extrem provokant, sehr gekonnt und definitiv ein Hingucker. Gott ‚zieht‘ alles …

True Detective, Elastic (2014)

Die Ästhetik dieser Serienverpackung ist so stark in den Mainstream eingegangen, dass es niemanden wundern würde, wenn demnächst die ‚Tagesschau‘ einen Logo-Relaunch in Angriff nehmen und dabei heftig auf ‚True Detective‘ schielen würde. Die Einzigartigkeit liegt zum einen an dem Double-Exposure-Effekt. Er fügt zwei Bilder zusammen, um sie mit einer gemeinsamen Geschichte aufzuladen. Hinzu kommt in diesem besonderen Fall aber auch noch der Parallax-Effekt, der dem Vorspann eine besonders eigenartige Tiefe zu geben scheint. Abgerundet wird der phänomenale Vorspann dann noch durch die kongeniale Musik von T Bone Burnett. Der hat sich bereits für die Titelmusik von ‚Crazy Heat‘ einen Oscar verdient. Man gebe mir einen Drink!

Manhattan,
Imaginary Forces (2014)

Auch dieser Vorspann hat einen renommierten SXSW-Preis gewonnen, allerdings im Jahr 2015. Das ‚Manhattan‘-Projekt war ein militärisches Projekt zum Bau der Atombombe. Die Teile der Animation zeigen recht genau, um was es sich handelt, und fungieren wie eine Art Shortsynopsis. Dabei steht einerseits der Bau der Bombe, signalisiert durch Baupläne, Forschungseinrichtungen etc., andererseits die persönlichen Schicksale der Beteiligten und ihrer Familien, durch den Bau der Häuser, Hände, die sich wie zur Ehe schließen, im Zentrum. All das endet mit einer angedeuteten Explosion. Beeindruckend ist vor allem auch die Verbindung von Bild und Ton. Oh, atomic!

Aleksandar Mijatovic Portrait Schwarz/Weiss

Hey, natürlich mögen wir dich, aber du musst uns trotzdem anschreiben.

Aleksandar Mijatovic
CEO

Nimm Kontakt zu uns auf!